Alle meine Freunde sind verrückt: aus dem Leben eines by Sera Anstadt

By Sera Anstadt

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Durch Hans' Reaktion, dem ich es erzählte, verstand ich erst, wie ernst die Lage sein mußte. Er schaute mich entsetzt an, machte seinen Mund auf, als ob er etwas sagen wollte, preßte dann die Lippen fest aufeinander und legte sich wie gelähmt auf die Couch. Kurz danach sprach ich mit einem befreundeten Nervenarzt über Raf. Von ihm hörte ich das gleiche. Raf litt an Schizophrenie. Er erzählte mir viel darüber. Wahrscheinlich wollte er mich auf das vorbereiten, was mir bevorstand. »Die Krankheit wird Schizophrenie genannt, weil man damit sagen will, daß es sich hier um eine gespaltene Persönlichkeit handelt«, sagte er.

Ich schaute den Therapieleiter an, um zu sehen, wie er reagierte, aber der schwieg. Dann zeigte Raf mir noch Bilder. Sie beeindruckten mich sehr. Sie waren in Schwarz, Tiefrot und Orange gearbeitet. Sie hatten alle den gleichen dunklen Horizont, mit schweren Regenbögen. Fühlte Raf sich vielleicht doch nicht so gut wie er aussah, fragte ich mich. Seine Arbeit und sein Kommentar dazu hatten mich erschreckt. Mir war klar, daß er seinen Vogel ausdrücken ließ, was in ihm selbst vorging. Zum ersten Mal seit Monaten ging ich bedrückt nach Hause.

Allerdings erinnerte ich mich jetzt plötzlich an das besorgte Gesicht des Psychiaters von Pavillon Drei und verstand, daß ich ihm damals durch meine Angst, ein endgültiges Urteil zu hören, die Möglichkeit genommen hatte, mehr über den Verlauf von Rafs Krankheit zu erzählen. Die Besuchsstunden verliefen jetzt mühselig. Raf schwieg manchmal eine ganze Stunde lang. Ich versuchte, öfter mit seinem neuen Psychiater zu sprechen. Das gab mir das Gefühl, auf diesem Weg Rafs Heilung erzwingen zu können.

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